Immobilienfinanzierung: Frist zur Überprüfung fehlerhafter Widerrufsbelehrungen beachten

 

Bekanntlich können Widerrufsbelehrungen in Immobiliardarlehensverträgen, die zwischen dem 1. September 2002 und dem 10. Juni 2010 abgeschlossen worden sind, mit der Folge fehlerhaft sein, dass auch heute noch ein Widerruf dieser Verträge für den Verbraucher in Betracht kommen kann. Auf diese Weise können Verbraucher in den Genuss der derzeit niedrigen Zinsen für Immobiliardarlehensverträge kommen. Dies kann sogar für solche Verträge nutzbar gemacht werden, die bereits vollständig erfüllt sind.

Allerdings wird nun durch am 18. Februar 2016 vom Bundestag beschlossenes Gesetz für das Widerrufsrecht bei fehlerhaften Widerrufsbelehrungen eine absolute Erlöschensregelung eingeführt.


Nach § 356b Abs. 2 Satz 4 BGB n. F. erlischt nunmehr das Widerrufsrecht bei einem Immobiliar-Verbraucherdarlehensvertrag spätestens zwölf Monate und vierzehn Tage nach dem Vertragsschluss. Nach der dazu getroffenen Übergangsregelung erlischt bei den zwischen dem 1. September 2002 und dem 10. Juni 2010 geschlossenen Verträgen ein fortbestehendes Widerrufsrecht spätestens drei Monate nach dem 21. März 2016, wenn das Fortbestehen des Widerrufsrechts darauf beruht, dass die dem Verbraucher erteilte Widerrufsbelehrung den zum Zeitpunkt des Vertragsschlusses geltenden Anforderungen des Bürgerlichen Gesetzbuchs nicht entsprochen hat.

Diese Frist endet also am 21. Juni 2016. Bis dahin muss von einem etwaigen fortbestehenden Widerrufsrecht Gebrauch gemacht worden sein. Betroffene Verbraucher sollten also schnell handeln und ihre Verträge überprüfen lassen.